Kommunalblog Lehrte

Die Schonfrist bis zur Bundestagswahl

Posted in Lehrte, Stadt Lehrte by kommunalblog on 22. August 2009

In der Lehrter SPD herrscht seltsame Ruhe. Nachdem man sich gegenseitig beschimpft und dann sogar über die Zeitung wieder entschuldigt hatte, kommt überhaupt nichts mehr aus den Reihen der Sozialdemokraten. Auch der ebenfalls öffentlich gewordene Parteiaustritt des Ahltener Parteivorsitzenden ist keine Erwähnung mehr wert.Rund um das Lehrter Schützenfest waren es bewegte Zeiten und mittendrin hockte der neue SPD-Unterbezirksvorsitzende und vor allem auch der hiesige SPD-Bundestagskandidat und drückte mittelstark auf die Bremse: erst unter seiner Regie ist dieses wirklich seltsame, überall nachzulesende und vor allem nichtssagende Stück Papier entstanden, dass zwischen den „verfeindeten“ Lagern Fraktion und Partei wieder den Frieden stiften sollte.

Man darf sich aber getrost die Frage stellen, ob es das jetzt gewesen ist oder ob nicht vielmehr alle Lager ihrem Bundestagsabgeordneten zur Liebe jetzt mal besser den Mund halten und nach gewonnener oder verlorener Wahl wieder an die Waffen gehen.
Es ist kaum vorstellbar, dass gerade bei den Sozialdemokraten ein derartiges Fraktionsgebaren und ein derartiges Verhalten der Fraktionsführung unter Hans Ahrens ohne Nachspiel toleriert wird. Sicherlich kann ihn niemand rausschmeißen, aber mehr als ein wenig Magenscherzen wird dennoch auf Ahrens zukommen. Der Mann protzt zwar bei jeder Gelegenheit mit seinem sportlichen Durchhaltewillen, aber gerade in der Politik ist für manche Personen irgendwann der Zug abgefahren. Er kann sich nun noch an sein Amt klammern, er kann sich auch an sein Mandat klammern, aber Partei und Fraktion wissen sicherlich sehr wohl, dass mit diesem Mann an der Spitze kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist und dass man spätestens zur Kommunalwahl 2011 die Rechnung für „unlauteres Verhalten“ aufgetischt bekommt.

Wenn nun also die Schonfrist dann vorbei ist, wird jeder zusehen müssen, dass er selbst sein Päckchen noch tragen kann und es ist fraglich, ob einige durchaus geltungsbewußte Fraktionsmitglieder sich dann in den Strudel reißen lassen oder sich lieber vom Rest abwenden.

Und so wäre es wohl das Beste für alle, wenn Hans Ahrens mitsamt seiner Führungscrew vielleicht in allen Ehren das Weite sucht. In der Öffentlichkeit ist seine Entschuldigung durchaus angekommen und wird auch als solche gewertet und gewürdigt. Dennoch sollte er es vielleicht machen wie Dieter Hecking: ein Fußball-Trainer muss auch immer gehen, weil man schlecht die ganze Mannschaft austauschen kann und weil der Trainer der Kopf ist.

Zeit also, hier meine absolut unmaßgebliche, unwissenschaftliche, empirisch mit nichts zu vergleichende, dafür politisch total brisante Umfrage zu veröffentlichen:

Insgesamt haben abgestimmt zwischen 78 und 98 Personen (unterschiedlich bei den verschiedenen Fragen)

Hans Ahrens Entschuldigung wg. NS-Vergleich ist:

44% völlig egal
33% eigentlich unnötig
24% richtig gewesen

Ich halte das für:

54% auf keinen Fall glaubwürdig
46% glaubwürdig

Hans Ahrens sollte die Konsequenzen ziehen:

79%  Rücktritt und weg für einen Neuanfang
21% wie gewohnt „sein Ding“ durchziehen

Wie man zweifelsohne sehen kann, hätte Ahrens durchaus die Chance, seine Reputation wieder herzustellen und den Menschen glaubhaft zu vermitteln, dass das alles nur ein großes Unglück war.
Allerdings werden am Ende andere Konsequenzen gezogen. Das Einsehen des eigenen Fehlverhaltens und das Einleiten der notwendigen Schritte als Zeichen echter Größe statt Durchschlängeln und auf sonnigere Tage hoffen.

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