Kommunalblog Lehrte

OBI bringt sich in Stellung gegen Protestler

Posted in Lehrte, Stadt Lehrte by kommunalblog on 13. August 2009

Die OBI-Gruppe und wahrscheinlich HBB haben sich nun fast sechs Wochen lang angeschaut, was hier in Lehrte los ist und sich nun doch bemüßigt gefühlt einzugreifen. Eine Pressemitteilung haben sie verfasst (die leider auf der offiziellen OBI-Seite nicht abgelegt ist) und mischen dadurch nun aktiv in der Lehrter Kommunalpolitik mit. Das scheint ungewöhnlich.Ungewöhnlich deshalb, weil in anderen Orten sicherlich der „Ansiedlungswille“ ungebremst ist und die Bürger und Kommunalpolitiker immer nur laut JA JA JA rufen. Aus diesem Grund, wird OBI damit vielleicht nicht unbedingt gerechnet haben.
Aus HBB Sicht ist das weniger ungewöhnlich, denn die haben schließlich viel Geld zu verlieren: Kommt OBI nicht, bleiben sie auf ihrem C-Gelände sitzen und mindern den Jahresgewinn, mal ganz abgesehen davon, dass es für HBB sicherlich ein Imageverlust wäre, wegen ein paar kleinkarierten Querulanten das Weite suchen zu müssen.

Allein deshalb kann man sagen: Die Einmischung von OBI bedeutet zumindest, dass die Proteste ernst genommen werden.

Aber was will uns OBI denn nun mitteilen, bzw. über den heutigen Anzeiger den Lehrter Bürgerinnen und Bürgern. Die Presse- und Marketingabteilung hat natürlich ihre Hausaufgaben gemacht und zuvor recherchiert, welche Angriffspunkte die Baumarktgegner immer zitieren konnten, was auch nicht schwer war angesichts der enormen Öffentlichkeit, die geschaffen wurde.

Liest man den Artikel von Herrn Gückel aufmerksam durch, so kann man sich unabhängig von Argumenten zunächst einmal am Tonfall stören. Da ist z.B. von „Strömungen“ die Rede, was deshalb interessant ist, weil es suggeriert, es handele sich um eine Art Anti-Obi-Guerilla im Lehrter Untergrund. Dass diese Guerilla aber in den letzten drei Wochen auf große Unterstützung gestoßen ist, nicht nur bei sich bedroht fühlenden Einzelhändlern, fällt dabei völlig unter den Tisch. Und ob man angesichts der lt. Berichterstattung schon längst erreichten Mindestanzahl von Unterschriften von „Strömung“ reden kann ist ebenso fraglich.

Dass darüber hinaus den Baumarktgegnern vorgeworfen wird, die Argumente seien zwar „publikativ“ (plakativ?), aber falsch und teilweise unlauter, ist natürlich ebenfalls ein forscher Angriff. Dagegen stellt OBI der Einfachheit halber gegenteilige Behauptungen: der Einzelhandel profitiert, der Treude Baumarkt profitiert, alle profitieren. Und auch das Arbeitsplatz-Argument der Gegner wird hier schön auseinander genommen, schließlich kann man gegen 45 Vollzeitstellen + 25 Sonstige wenig einwenden.

Man könnte sagen, dass nun der Kampf der Argumente losgeht, nachdem über Wochen die Baumarkt-Befürworter nicht zu Wort gekommen sind, einfach weil sie sich nicht zu Wort gemeldet haben. Nun ist also, wahrscheinlich sehr zur Erleichterung der Umfaller im Rat, der große OBI gekommen und hat mal ein paar Dinge klargestellt.

Eine Frage bleibt allerdings völlig offen: zumindest die Initiative „Mobil für Lehrte“ hat sich in der Argumentation nie ausschließlich auf den Schutz des Baufuchs Treude konzentriert, sondern vielmehr eine Vielzahl an Argumenten vorgebracht. Darunter war nach meinem Dafürhalten auch der Verkehr immer ein wesentlicher Aspekt. Dazu hat OBI anscheinend wenig bis nichts zu sagen. Deshalb: es ist sicherlich richtig, dass es enorme Kaufkraftabflüsse in diesem Segment gibt, aber die können auch durch einen OBI in weniger zentraler Lage gemindert werden. OBI hat anscheinend lt. Mitteilung viele Türen weiterhin geöffnet und dann sollen sie doch einfach auch dort mal durchgehen. Denn den Verkehrsoptimisten haben sie bestimmt keinen Gefallen damit getan zu behaupten, dass fast alle OBI-Kunden beim Baufuchs Treude vorbeifahren.

Das wird ein lustiges Treiben. Wahrscheinlich hat Treude dann viele Zwangskunden, weil die statt im Stau lieber auf seinem Parkplatz stehen. Er könnte sein Segment dann „marktgerecht“ auf Heimwerker-Frühstück und Coffee-to-go umstellen.

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Eine Antwort

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  1. Andre Tepper said, on 13. August 2009 at 23:10

    Der HBB geht nicht nur deshalb der Arsch auf Grundeis weil sie jährlich viel Geld dadurch verliert weil sie das C-Gelände nicht vermarktet bekommen hat sondern auch, weil im nächsten Jahr der Vertrag zwischen HBB und der Nordzucker ausgelaufen wäre.
    Dann hätte die Nordzucker sich einen neuen Vermarkter gesucht bzw. die Stadt hätte das Gelände kaufen können.

    Es ist sehr bemerkenswert das OBI nur auf die Aspekte Arbeitsplätze und Konkurrenz für die anderen Händler eingegangen ist. Denn zu den anderen Argumenten kann oder will OBI auch nicht viel sagen. Beispiel Verkehr und Städtebau.
    Dass OBI jetzt sagt die anderen profitieren davon ist klar, denn was sollten sie auch anderes sagen? „Die anderen Baumärkte, Blumenläden etc. gehen nahezu pleite“ klingt doof ist auch doof. Dann hätten sie hier, denke ich, richtig versch….en.
    Und wenn man bis auf die beiden Punkte (s.o.) sonst nichts zu sagen hat, muss man wohl im Tonfall lauter werden. Dass die Argumente (Arbeitsplätze, Gefährdung der anderen Geschäfte, Verkehrliche Probleme, Städtebauliche Sünde, etc) unlauter und falsch sind, sehe ich nicht! Ich finde das ist eine ziemliche Frechheit, wenn nicht sogar eine Unterstellung sondergleichen!!! Sollen die doch mal, wenn Stau auf der A2 ist durch die Germaniastrasse fahren, dann werden sie ja sehen wie „falsch“ das ist.


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