Kommunalblog Lehrte

Rückzug ins Private contra Gemeinwesenaktivität

Posted in Lehrte by kommunalblog on 16. Juli 2009

Auf Grund des Beschlusses einer großen Mehrheit im Rat für die Ansiedlung eines Baumarktes in Lehrtes Innenstadt hat es bekanntermaßen massiv Protest aus der Bevölkerung gehagelt. Zu Recht.

Inzwischen scheinen sich aber alle wieder beruhigt zu haben und in dem Fotografen- und Naturliebhaber-Portal „My Heimat“ stellen Menschen lieber ihre neuen Gartensträucher und Lieblingskneipen vor, als sich aktiv für das Gemeinwesen einzubringen. Das ist dann wohl der immer wieder thematisierte „Rückzug ins Private“.Wie wir wissen hatte die damals noch existierende Gruppe ROT-GRÜN im Lehrter Rat einmal eine Initiative gestartet, um zu erkunden, wie man wohl in Lehrte die Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern stärken kann. Dabei heraus kam eine Vorlage der Verwaltung, für die der emsige Herr Großmann, Chefpressesprecher der Lehrter Verwaltung, einfach einen Großteil der Niedersächsischen Gemeindeordnung abtippte (OK, leicht umformulierte) und sich abschließend noch mit dem damals vorhandenen Vorschlag der Grünen-Fraktion zur Veröffentlichung einer eigenen Stadtzeitung auseinandersetzte.
Man könnte also sagen, dass der Antrag mehr als verpufft ist! Und das war auch abzusehen, schließlich kann es kaum das Interesse der Mehrheitsfraktion und der Verwaltung sein, sich mit „wütenden Bürgern“ auseinander zu setzen. Das ist wohl arg lästig.

Nun haben wir aber hier in Lehrte mal wieder den Ernstfall und nichts passiert. Als einst der Name „Lehrter Bahnhof“ bedroht war, da sprangen alle auf die Straße und sammelten Unterschriften. Geholfen hat es nichts.

Als die Verwaltung vorrechnete, wieviel günstiger der Abriß des „Parkschlösschens“ ist als die Erhaltung, Renovierung, Sanierung, da versammelten sich ebenfalls gleich div. Menschen und überreichten schließlich ein paar tausend Unterschriften.

HIER NUN ABER geht es nicht um Symbolik wie „Namen“ oder „historische Bauten“. HIER NUN geht es konkret um die Zukunft von Arbeitsplätzen (nicht nur in einem bestimmten Lehrter Baumarkt). Es geht ebenfalls um die kaum abschätzbaren Folgekosten für die Kommune mit den danach notwendigerweise kommenden Kürzungen in anderen Bereichen (Sport, Kultur, Soziales, Straßenbau) und es geht nicht zuletzt darum, ob es Lehrte verdient hat, im „Dauerstau“ zu stehen und demnächst auf der Rangliste der „weit zu umfahrenden Kleinstädte“ in den Verkehrsnachrichten weit oben steht.

Ich persönlich finde ja, dass es dort nicht angebracht ist, den Rückzug ins Private vorzuziehen, kann aber natürlich nachvollziehen, dass niemand mehr Lust hat, ob der massiven Mehrheit im Rat aus SPD und CDU dagegen vorzugehen. Außerdem wurde stets der Eindruck vermittelt, dass es jetzt „durchgezogen“ wird und unsere werte Bürgermeisterin wird alles tun, um rechtliche Fakten zu schaffen. Das wäre natürlich frustrierend und man benötigt ein gerütteltes Maß an Optimismus und Hoffnung, um an dieser Stelle aktiv zu werden. Dennoch: wer ist dabei? und was kann man machen?

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