Kommunalblog Lehrte

Will Herr Böger nicht verstehen? Der IGS-Fall

Posted in Lehrte by kommunalblog on 29. September 2008

Eigentlich kann ich hier auch nur die Frage in den Raum stellen, denn warum Herr Böger vom „Anzeiger für Lehrte und Burgdorf“ bei der nachträglichen Betrachtung des Lehrter Ratsbeschlusses zur IGS in Hämelerwald zu einer derart desaströsen Meinung kommt kann ich komplett nicht verstehen. Es ist sicherlich nicht so, dass Thomas Böger prinzipiell ein Gegner der Gesamtschulen ist und sich deshalb auf ein seltsames Niveau herab begibt, auf dem er um die Ecke der CDU das Wort redet. Es ist aber auf der anderen Seite seltsam, dass er in der Argumention genau der Linie der CDU Lehrte folgt. Woran kann das liegen? Hat er die „falschen“ Leute gefragt? Kann er die SPD-Logik nicht nachvollziehen? Schwer zu glauben, denn sonderlich kompliziert scheint mir das nicht zu sein:

STANDORT:

  1. in Hämelerwald gibt es schon eine GANZTAGSSCHULE; diese ist Voraussetzung für die IGS
  2. in Hämelerwald gibt es eine große Zustimmung unter den Lehrerinnen und Lehrern des Kollegiums (im Gegensatz zum Schulzentrum Lehrte-Süd)
  3. es gibt auch jetzt schon viele SchülerInnen, die aus Lehrte oder anderen Ortsteilen nach Hämelerwald fahren und die Schule am Ried als Alternative zur Realschule/Hauptschule Lehrte-Süd begreifen
  4. eine Befragung nach ZWEI STANDORTEN würde nur Sinn machen, wenn man auch ZWEI BEFRAGUNGEN machen würde: die 1. für die Standortfrage und die 2. über den Zuspruch für den unter 1. mehrheitlich gewählten Standort; auch Herr Böger sollte wissen, dass NIEMAND zwei Befragungen durchführen kann, ohne den Zorn der Eltern auf sich zu ziehen; alles andere würde nur „Stimmen-Splitting“ verursachen, was definitiv nicht gewollt sein kann

IGS BIS 13 / BIS 10:

  1. wenn ich das richtig verstanden habe, dann war u.a. deshalb bisher immer „nur“ die Rede von einer Umwandlung der Schule in eine IGS bis zur Klasse 10 gewesen, weil u.a. für ein reines 2. Gymnasium mit kompletter Oberstufe die SchülerInnen fehlen könnten
  2. wenn ich das ebenfalls richtig verstanden habe, dann sind mit einem Ausbau einer IGS, die auch die Klassen 11-13 enthalten soll, ENORME KOSTEN verbunden, die die Kommune nicht tragen kann (und vielleicht auch nicht muss)
  3. die Argumentation der Antragsteller ist doch einfach: besser eine IGS von 5-10 als keine IGS
  4. by the way … auch am Standort Lehrte-Süd hätte man sich bestimmt nicht unbedingt für eine IGS von 5-13 eingesetzt; zumindest scheint das kein Automatismus zu sein

In diesem Zusammenhang bezweifelte Herr Böger auch gleich, dass es eigentlich überhaupt möglich ist, nach einer IGS-Phase von 5 Jahren dann noch auf ein reguläres Gymnasium gehen zu können. Ich würde einfach mal sagen: Das ist doch eine Super-Herausforderung für die KollegInnen mit Sitz im Kurt-Hirschfeld-Forum. Die müssen auch ehemalige Realschüler irgendwie durchs Abi bringen, da sollten sie mit ehemaligen IGS-SchülerInnen vielleicht auch keine größeren Probleme haben.

Zudem ist die Frage zu stellen, was denn in Niedersachsen aus den ganzen Kindern wird, die jetzt schon an IGSen zur Schule gehen, die nur bis zur 10. Klasse einen Unterricht anbieten. Lehrte wird sicherlich nicht mit diesem „Problem“ allein sein, siehe IGS Hannover-Vahrenwald.

Ich weiß also nicht genau, was den eigentlich von mir hoch geschätzten Herr Böger zu seiner Argumentation gebracht hat. Eigentlich kaum vorstellbar, dass er mit den Herren Denecke-Jöhrens und Kehlich noch beim Bier ein paar Ideen mitgeschrieben hat. Es bleibt also dabei, dass ich das nur als „Aussetzer“ verstehen kann. Schade eigentlich, denn die Stadt Lehrte hat mit dieser Initiative von Rot-Grün eine gute Chance, visionär und voranschreitend Bildungspolitik zu betreiben und es kommt dabei natürlich auch auf die „öffentliche Meinung“ an, sprich die „veröffentlichte Meinung“. Und bei diesem Kampf um die „Hoheit über die Kindergarten- und Grundschulkinder von morgen“ ist natürlich eine gute Presse sehr dienlich.

SPD und GRÜNE müssen sich jetzt noch mal richtig ins Zeug legen, um evtl. entstandene Mißverständnisse wieder gerade zu biegen.

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Eine Antwort

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  1. UdoK said, on 26. November 2008 at 22:47

    Die Antwort ist recht einfach:

    tb will sehr gern verstehen, das muß man ihm sicher abnehmen.

    Doch zwischen „wollen und können “ ist bei tb eben der ach so bekannt große Unterschied. Ob eine IGS diesem Herrn wohl geholfen hätte ?


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