Kommunalblog Lehrte

Aus den Augen aus dem Sinn – wohin bloß mit den Jugendlichen

Posted in Allgemein by kommunalblog on 30. April 2008

In Arpke geht es in den kommenden Tagen und Wochen wohl noch ein bisschen heiß her. Grund ist der geplante „Jugendplatz“, den die Stadt dort errichten will und der sowohl bei einigen BürgerInnen als auch bei den Jugendlichen selbst zum Teil auf wenig Gegenliebe stößt.

Im Prinzip ist diese Art der Auseinandersetzung ja nicht unbekannt. Sie tritt überall auf, wo Ruhe liebende BürgerInnen sich in ihrem Idyll gestört fühlen, eigentlich auch egal von wem. Und so haben es Verwaltungen und Ortsräte immer wieder schwer, geeignete Plätze zu finden, ob nun für Kinder, Jugendliche oder Altglascontainer: was Lärm macht, das stört.

Als die SPD vor geraumer Zeit den Antrag zur Einrichtung von Jugendplätzen einbrachte und dieser vor kurzem nun so auch beschlossen wurde war die Begeisterung zumindest unter den Kommunalpolitikern groß und sicherlich wird auch Lehrtes Streetworkerin positiv gestimmt gewesen sein. Aus ihrer Feder stammte die Beschlussvorlage.

Nun war es schon im Vorfeld zu beobachten, dass nahezu ALLE ORTSCHAFTEN, die was auf sich hielten, im Vorab gleich Bedarf anmeldeten und am liebsten sofort Fläche (und vielleicht auch Geld) zur Verfügung gestellt hatten, aber die Verwaltung hat richtigerweise erst einmal zwei „Testobjekte“ bevorzugt. Mal schauen, ob die Plätze angenommen werden, wie es genau mit der Nutzung aussieht, ob sie den gewünschten Erfolg bringen usw.. Diese Tests sollten auf Vorschlag der Verwaltung durchgeführt werden in LEHRTE und in ARPKE, wobei die Wahl auf ARPKE sicherlich dem Umstand geschuldet ist, dass es seit geraumer Zeit immer wieder Streß mit Jugendlichen rund um den Dorfteich gibt.

Nun aber muss man feststellen: es ist auch wieder nicht richtig. Am idyllischen Dorfteich soll wieder Ruhe einkehren, aber da und da und da sollen die Jugendlichen auch nicht hin. An dieser Stelle vielleicht auch gleich ein Einschub zu DEN JUGENDLICHEN: die gibt es natürlich nicht, DIE JUGENDLICHEN. Im Anzeiger war zu lesen, dass einige Jugendliche in Arpke den Platz nicht wollen, weil sie sich (vielleicht zu Recht) abgeschoben fühlen an eine Ortsrandlage. Glaubt man den Hintergrundinfos, so gibt es aber eine zweite Fraktion, die den Platz sehr wohl nutzen würde und diesen auch unterstützt. Diese, das ist klar, erscheinen natürlich eher selten in der Zeitung. Ebenfalls heterogen ist die „Gewaltbereichschaft“ oder das „Aggressionspotential“. Sicherlich gab es sogar schon riesige Schlägereien, aber ob diese Gruppen mit den o.g. identisch sind wage ich zu bezweifeln. Sicher ist wohl auf jeden Fall, dass die Errichtung eines Platzes, die mit solcher Euphorie in die richtigen Bahnen geleitet wird, nicht unproblematisch sein kann. DIE JUGENDLICHEN haben natürlich ein Anrecht auf Selbstdarstellung im öffentlichen Raum und nicht nur in verborgenen Schutzhütten und so muss auch die Errichtung kommuniziert werden. Sensibel!!! Der Platz als Chance für die Jugendlichen auf mehr Freiraum anstatt als Vorstufe zum Platzverweis im Ortskern.

Nun hat man aber einen Platz gefunden und wir kommen zu den BürgerInnen, für die der Platz eher in die letztgenannte Kategorie fällt. Und schon gibt es Kritik: Ruhestörung und Krawall direkt vor meiner Haustür und die armen Pferde! Ja, Pferde! Richtig gehört!!! Direkt um die Ecke ist ein Pferdehof und die armen Tiere (die ich eigentlich mag) könnten sich gestört fühlen. Was nun fragt sich der engagierte Mensch, der es kaum allen Menschen recht machen kann und nun auch noch vor dem Problem steht, es allen Menschen und allen Tieren Recht zu machen???

Ortsbürgermeister Bethmann weiß Rat: wir klären das!!! Sprich Herr Bethmann, der sicherlich ein große Menge an BürgerInnen im schwarzen Arpke hinter sich hat nimmt das Problem auf pragmatische Art und Weise in die Hand und beweist den Mut, nicht gleich beim ersten tiefen Atmen einer schockierten Bürgerschaft den Rückzug anzutreten. So hätte es wahrscheinlich Elli Scheuer, SPD-Sprecherin im Ortsrat, gemacht. Von ihr war zumindest in der Presse nichts zu erfahren und vielleicht ist das auch besser so. Wer weiß. Es wäre ja schon fast schicksalshaft, wenn eine Ortsteil-SPD den grandiosen Vorschlag der Rats-SPD kippt. Wäre in Arpke nicht das erste Mal und deshalb ist es auch nicht ungerecht, dass es für die Jugendlichen nach erstem Anschein besser ist, wenn sich vor Ort die CDU für dieses Anliegen stark macht.

Ich denke, es bleibt aber weiterhin Diskussionsbedarf und der ein oder andere Bericht über Gespräche wird noch das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

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