Kommunalblog Lehrte

Der Herr hat Hirn geworfen: die Graffiti-Wende

Posted in Allgemein by kommunalblog on 24. Mai 2007

So genau weiß man nie, wie unsere Politiker sich entscheiden und leider weiß man auch nicht so genau, nach welchen Maßstäben und Richtlinien sie entscheiden. Erschwerend kommt hinzu, dass sie es meistens versäumen, im Nachgang ihre Entscheidungen zu begründen, so dass das Verstehen von kommunalpolitischen Vorgängen oftmals ein Stochern im Nebel bleibt.

Vorgestern nun war es mal wieder so weit: der Jugendhilfeausschuss mit all seinen brillanten JugendpolitikerInnen hat getagt und sich – warum auch immer – mal wieder komplett anders entschieden als noch vor 6-8 Wochen. Tagesform, Weisheit, Erkenntnis, die Gründe sind noch verborgen geblieben.Kurz zur Erinnerung: In einer Ausschuss-Sitzung vor wenigen Wochen berichtete der LKA-Beamte Matthias Brust (CDU) in seiner Funktion als Graffiti-Sprayer-Jäger dem JHA über kriminelle Jugendliche und die „nachweislichen“ Schäden, die durch das zur Verfügung stellen von legalen Wänden entstehen. Er benutzte dabei das Wort STUDIE und darauf, so scheint es, haben alle Kommunalen reagiert. STUDIE, das klingt a) wichtig, b) offiziell, c) wahr und d) unumstößlich. Es kam, wie es auf dem „Dorfe“ kommen muss: niemand wollte mehr was davon wissen, dass er noch vor wenigen Monaten Projekte gefördert hat, die nun verdammt wurden. Ja, das Gedächtnis.

Dank der SPD durfte sich nun dieser Ausschuss einen weiteren Vortrag anhören, ebenfalls von einem Polizisten des LKA und von einer Sozialarbeiterin der Stadt Hannover. Anscheinend waren diese Vorträge nicht minder professionell gehalten, so dass diese mündlich vorgetragene STUDIE die alte wohl wieder entkräften konnte. Und so konnte man in der HAZ nachlesen, dass der alte Karl Nispel von der FDP freimütig zugibt, dass man wohl ein wenig voreilig war. WIE KANN DAS SEIN???

Dieser Rat besteht ja nicht ausschließlich aus Vollnieten. Immerhin handelt es sich in weiten Teilen um Menschen, die allein schon beruflich zum temporären Einsatz ihres Gehirns verpflichtet sind: Lehrer, Staatsbeamte, Akademiker und und und … schalten die alle auf einen anderen Modus, wenn sie für die Kommune politisch tätig werden? Dass es zu EINER Meinung/Studie immer auch eine ZWEITE Meinung/Studie gibt, sollte eigentlich sogar jedem Zeitungsleser bekannt sein. Wo also ist in diesen ganzen Beratungen denn nun die Weisheit.

Das sind aber generelle Probleme in dieser Stadt mit diesen PolitikerInnen, weshalb ich nun zum Kern komme: Graffiti ist super! Wir haben es immer gewußt! Die Projekte können vorangetrieben werden! Wenn auch in einem etwas anderen (personalintensiveren) Rahmen!

Und so ist unsere kleine liebe Stadt gerade noch einmal dem Steinzeit-Fall von der Schippe gesprungen und nun wieder voll auf dem Weg in die Moderne.

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