Kommunalblog Lehrte

Angriff ist die beste Verteidigung: C-Gelände

Posted in Allgemein by kommunalblog on 24. Mai 2007

Die Jusos haben schon recht: ehe Frau Bürgermeisterin irgendwann (mal wieder) mit einem spruchreifen Plan kommt oder gar Politik und Bürger via Zeitung darüber informiert, dass die Nordzucker außer Tankstellen und Baumärkten niemanden finden konnte, ist es allemal besser, ein wenig konstruktiv in die anstehende Debatte einzugreifen und mal gleich ein paar konstruktive Vorschläge zu machen. So nun geschehen und das ist gut so.Was schlagen die Jusos vor? Sie schlagen der Verwaltung vor, sich doch einmal Gedanken über ein s.g. HANDWERKERZENTRUM zu machen und die findige HAZ-Redakteurin hat dazu auch gleich zwei ebensolche befragt, die dazu eher gespaltener Meinung waren. Also einer pro, der andere contra. Allerdings steht zu befürchten, dass sich noch gar keiner richtig informiert hat, was man denn wohl so alles unter einem HANDWERKERZENTRUM (kurz HWZ) verstehen kann.

In der HAZ stand, dass zumindest einer der Befragten kein Geld etc. für eine Umzug etc. hätte. Ein nachvollziehbares Argument: nicht jeder kleine oder große Betrieb ist in der Lage, eine Aus- oder Umsiedung zu finanzieren. Aber muss das automatisch die Folge sein? Nein! Beim Schnell-Googeln stößt man rasch auf das HWZ Sehnde (ja, unsere Nachbarkommune ist gemeint). Dort gibt es zwar ein HWZ als Sammelpunkt, die Betriebe selbst sind aber noch an ihren alten Orten geblieben. Unter dem Deckmantel des HWZ verbirgt sich stattdessen eine Full-Service-Beratung für nahezu alle Bereiche des Bauens, Sanierens, usw.. Ein HWZ kann also auch erst einmal eine Art Marketingorgan sein, um kleineren Unternehmen einen gemeinsamen (und dadurch besseren) Auftritt zu verpassen. All-in-One ist die Devise. Ähnlich sieht es bei dem HWZ in Melle (bei Osnabrück) aus. Das kommt eine Ecke professioneller rüber und man kann sich durchaus vorstellen, dass Mehrkosten (durch Anmietung von Ausstellungsräumen, Personal etc.) durch ansprechenderes Auftreten und bessere Werbung wieder ausgeglichen werden. SONST WÜRDEN DIE ES WOHL AUCH NICHT MACHEN. Denke ich.

Bis hierhin ist das schon ganz gut. Gleichzeitig könnte ein zu schaffendes HWZ natürlich auch im Sinne einer Wirtschaftsförderung gesehen werden. Wenn in Kürze die Firma Weymann zum Spottpreis ihren Betrieb umsiedelt (damit dort eine Mensa entstehen kann), dann ist genau dieses Vorhaben auch aktive Wirtschaftsförderung. Man müsste wirklich mal schauen, wieviele in die Stadt gedrängte Unternehmen es in Lehrte noch gibt, die besser auf dem C-Gelände angesiedelt werden sollten. Die Zukunftsfähigkeit von Lehrter Gewerbebetrieben sichern – das muss auch Teil von Wirtschaftsförderung sein. Dafür darf man auch Geld aus dem Stadtsäckel in die Hand nehmen.

Darüberhinaus dürfte ein HWZ (Vorbild Melle) als Zentralmarketinghilfe durchaus auch ein gutes Argument für Neuansiedlungen sein. Wenn Unternehmen wissen, dass sie vor Ort in eine gut organisierte Vertriebsstruktur hineinkommen, ist sogar der Schritt nach Lehrte nicht mehr so groß. Das bedeutet natürlich, die Gründung/Förderung wäre zunächst in den Händen der Stadt. So wie z.B. in Castrop-Rauxel. Es könnte aber auch ein Verein à la WEL tun, so wie in Saarbrücken. Mir wäre wohl die Stadt lieber.

Soviel also in aller Kürze zum Juso-Vorschlag HWZ. Nicht vergessen möchte ich aber zu erwähnen, dass die Jungsozialisten sich alternativ so ziemlich alles vorstellen können, nur nicht die großflächige Bebauung durch Parkplätze, Baumärkte etc.. Also schlagen sie lieber vor, z.B. eine weiter Skater-Anlage zu installieren oder das Grün ein wenig auszuweiten. Ehrlich gesagt hat auch diese Idee durchaus Charme. Selbst Rudolf Köhler hatte schließlich vor kurzem auf einer Ratssitzung eine Beschwerde darüber losgelassen, dass man im Zuge der Ausstellung „Lehre-Meine Stadt“ auf der C-Fläche den „Naturteich“ zerstört hätte.

Wenn man sich also einfach auch eine großtflächige Renaturierung i.S. einer selbsständigen Renaturierung verständigt, dann kostet das a) kein Geld, man hat b) im Sommer evtl. einen Tümpel und im Winter c) eine kleine Eisbahn (wenn nicht der Klimawandel dazwischen kommt).

Ich sehe ein, dass das Gelände natürlich der NORDZUCKER AG gehört, aber die Lehrter Politiker sitzen immerhin am langen Hebel der Entscheidung. Ist nur die Frage, ob ihnen trotz des langen Hebels irgendwann (mal wieder) die Puste ausgeht und Jutta Voß mit der Verschandelung des C-Geländes ihr Lebenswerk für Lehrte vollenden kann.

Es soll also niemand sagen, dass es keine Alternativen gibt. Sie wollen nur geprüft werden. Eine zugemauerte C-Fläche ist keine historische Notwendigkeit!

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