Etwas soll sich ändern - die Innenstadt braucht ein Konzept!
Das klingt gut! Sehr gut sogar! Man muss aber kein Nörgler sein, um an dieser Stelle anzumerken, dass die Idee dazu wohl sehr spät kommt. Und man muss auch kein Haarspalter sein, um mal wieder festzustellen, dass die einzigen richtigen Nutznießer eines Konzepts, die WEL, ihre Finger explizit NICHT mit im Spiel hatte. Vielmehr scheint sie überrascht zu sein und freut sich nun, dass jemand anders für sie das Denken übernommen hat.Wurde ja auch Zeit.
Schon VOR dem Bau aller Einkaufsmärkte, Discounter etc. auf dem alten Zuckergelände haben Menschen in Lehrte das Gesamtwohl im Blick gehabt und sind leider damit gescheitert. Man muss nicht wieder die Schreiben, Briefe und Diskussionen um den damaligen Bürgerarbeitskreis dafür herausholen - alle Beteiligten wissen (sollten wissen), dass ziemlich viel ziemlich schlecht gelaufen ist.
Nun klingt es also erst einmal sehr sehr positiv, wenn die Stadt (auf wessen Initiative eigentlich) in einen ihrer Ausschüsse Fachleute einlädt, die im Rahmen einer langfristigen Initiative eine Art QUARTIERSMANAGEMENT anschieben wollen (was im übrigen der Marktspiegel-Redakteur Walter Klinger in ähnlicher Form bereits Ende September gefordert hatte). Und es ist geradezu beeindruckend, wenn dieses Projekt ALLE BETEILIGTEN einbezieht, sprich “normale” Bewohner als auch den Einzelhandel, was natürlich nur konsequent ist, wenn man die Fragestellung bearbeiten will, wie man einen “Stadtteil” weiterentwickeln will.
Ich hoffe in diesem Zusammenhang sehr, dass diese positiv klingende Initiative nicht im Vorab kleingeredet wird von den WEL-Lobbyisten, die sich nicht ausreichend vertreten fühlen und deren einziges Interesse dann mal wieder die Verbesserung der Parkplatzsituation ist o.ä.. Es soll wohl hier, wenn man das richtig liest, um ein Rahmenprogramm gehen, welches nicht alle Erbsenzähler befriedigen wird, aber stattdessen das große Ganze im Auge hat. Klingt gut.
NATÜRLICH ist davon auch zu erwarten, dass man sich Gedanken über die Zukunft des C-Geländes macht, bzw. klar definiert, was dort gehen kann und was nicht. Denn wenig Sinn machen wohl langjährige Diskussions- und Entwicklungsprozesse, die dann im Hauruck-Verfahren z.B. durch die große Besiedlung der großen Leerfläche an der Germaniastraße zerstört oder ad absurdum geführt werden. Eigentlich wohl eine Selbstverständlichkeit, aber Schilda ist niemals weit in dieser Stadt und allen nun Jubelnden sei entgegnet, dass in Lehrte noch fast jede großartige Idee am Ende scheiterte - sei es durch die Kleingeistigkeit oder das fehlende Rückgrat unserer Kommunalpolitiker oder halt die mangelnde Hilfsbereitschaft, das fehlende Engagement und am Ende die nicht vorhandene Geschlossenheit der betroffenen Verbände.
Man wird also abwarten müssen, wie die Idee grundsätzlich aufgenommen wird und wenn nicht genannte Protagonisten alles wieder im Voraus torpedieren (weil sie es besser wissen oder nicht gefragt wurden), könnte das doch geradezu visionär sein. Mal was ganz Neues!