MyHeimat - jeder darf für Madsack schreiben
Seit vielen Jahren schon gibt es für Lehrte, Sehnde, Burgdorf usw. die Internetseite www.im-altkreis.de. Dort finden sich allerlei gemischte Nachrichten, von Sport über Politik bis hin zur Kultur. Im-Altkreis, das Portal für den Altkreis lebt dabei nicht ganz unwesentlich vom Mitmach-Charakter.
Dies hat nun auch unsere große Heimatzeitung für sich entdeckt und mit myheimat.de ein Portal ins Leben gerufen, welches nicht mehr und nicht weniger sein soll als eine Konkurrenz.In einem weitläufig verbreiteten Schreiben hat die Anzeiger-Redaktion dafür geworben, dass nun endlich alle möglichen Menschen schreiben können ohne die Fesseln einer Redaktion. Jeder kann sich als Redakteur anmelden und Texte, Bilder, Videos hochladen, von seinem Verein berichten oder auch eine Kritik schreiben. Betreut wird die Seite von einer Redaktion, die wohl die nicht gewollten Artikel herausstreicht.
Die Frage ist aber nun, wozu das alles gut sein soll. Schaut man nach einigen Tagen Testphase auf die Madsack-Seite stellt man schnell fest, dass es eine unübersichtliche Ansammlung von Sportberichten ist, also die Fortsetzung der Vereins- und Sportseiten des ANZEIGERS in “unprofessionell” bzw. selbstgeschrieben. Ursprünglich war auch geplant, dass die Anzeiger-Redaktion auch interessante Artikel einstellt, aber bisher kann man das nur als Resteverwertung verstehen. Die “spannenden” Dinge sind nach wie vor nur kostenpflichtig unter www.haz.de einzusehen. Und das ist der Haken.
Bei Im-Altkreis stehen wenigstens noch die Original-Pressemitteilungen z.B. der Stadt Lehrte, was u.a. daran liegt, dass es bei dieser Seite eine Art Redaktion gibt, die die Texte ins Netz stellt. Auf myheimat.de muss jeder selbst aktiv werden und sich einen Account anlegen. Viel zu umständlich für eine schnelle und effektive Arbeit, nur um am Ende im Getümmel von Landschaftsfotografien unterzugehen. Wenn die Seite nutzbar sein soll, muss sie dieses Prinzip dringend aufgeben.
Auch das System der “Gruppen” oder “internen Mails” wird den Erfolg nicht so schnell bringen. Die Frage ist nämlich, was die Leute wohl wollen. Networking in der Kleinstadt via Internet oder ein Info-Portal.
Bisher, mal auf die Schnelle gedacht und nach kurzer Zeit überflogen, würde ich sagen, dass es sich um einen halbgaren Versuch handelt, als Print-Medium endlich auch im Internet Fuß zu fassen und im Fall der Anzeiger-Redaktion auch noch dem Altkreis-Portal ein bisschen Konkurrenz zu machen. Das stand aber sicherlich nicht im Vordergrund, zumal das Portal ja nicht individuell für “uns” angefertigt wurde, sondern ein bundesweites kommerzielles Angebot ist, welches in den verschiedenen Regionen die großen Verlage im Netz unterstützt.