Kommunalblog Lehrte

Gerechtigkeit in der Sportförderung - nun aber!

Veröffentlicht in Politiker, Vereine, Verwaltung by kommunalblog am April 13th, 2008

Das wird wirklich spannend. Bisher haben weder Verwaltung noch Politik verlautbaren lassen, was denn da wohl kommen mag. Auch die Vereine sind mehr als ruhig. Das kann zum einen bedeuten, dass die Neuregelung der Sportförderung in einem übergroßen Konsens geschehen wird oder aber die betroffenen Gruppierungen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben. Auf welche Variante sollte man nun tippen angesichts der Tatsache, dass das Businness des “Pfründe-Sicherns” in allen Lobbygruppen immer das wichtigstes ist.In der bereits erwähnte Informationsvorlage schildert die Stadt die verschiedenen Zwänge unter denen sie steht. Stetig steigender Kostendruck auf der einen, stagnierende Einnahmen auf der anderen Seite. Auch begründet wird dies. Damals, als man sich für die aktuelle Form der Förderung entschloss, war die Berechnung nach “Köpfen” (in den Sportvereinen) einfacher umzusetzen als die Abrechnung nach “Verbrauch” (wenn man so will). Gleichzeitig war schon immer in Lehrte einzubeziehen der grundlegende Unterschied zwischen den Vereinen, die “besitzen” und den Vereinen, die lediglich “nutzen”. Also, daraus ergibt sich das Grundproblem, die Variablen

  • BESITZ
  • PACHT
  • pro KOPF Bezahlung
  • pro STUNDEN Bezahlung

irgendwie in ein GERECHTES MODELL umzumünzen, denn ein “weiter so” kommt auf keinen Fall in Frage. Man beachte schließlich immer - egal wie beliebt Sport insgesamt ist und wie viele Wähler dahinter stehen - diese Förderung ist in weiten Teilen eher Kür als Pflicht.

Nun haben sich also seit der letzten Änderung (irgendwann Ende der 1990er) die Grundbedingungen für die Stadtverwaltung (und damit für die Politik) geändert: a) die Kosten sind gestiegen und b) die o.g. Überprüfung von z.B. reinen Nutzungszeiten ist plötzlich möglich. Dank einer EDV (die damals wohl nicht vorganden war) lassen sich Zeiten berechnen etc., leichter als damals.

Die Stadtverwaltung war wohl zunächst gut beraten, die genauen Konsequenzen für jeden einzelnen Verein NICHT in diese Vorlage zu schreiben, aber intern existieren mit Sicherheit die Tabellen mit a) Kopf- und b) Zeit-Pauschalen. Und genau an dieser Stelle wird es extrem spannend: wer muss mehr bezahlen und wer weniger. Und … gönnt Verein A dem Verein B den Bonus oder trägt er das Solidarprinzip zugunsten des in Bedrängnis geratenen/geratenden städtischen Haushalts, der ja wiederum ALLEN LEHRTER BÜRGERN zugute kommen soll. Ein Blick in die letzten Jahre und z.B. auf die großartig gescheiterte Verbrüderung von FC Lehrte und 06 Lehrte lässt einen zweifeln.

Es sind also zwei Reflexe zu erwarten: die Vereine OHNE eigene Plätze werden mehr bezahlen müssen als früher und dagegen protestieren. Und aus Fairness-Gründen müssen die Kosten für Plätze im Vereinsbesitz angemessen bewertet werden, sprich den Kosten für städtische Plätze angeglichen. Woraufhin sich dann evtl. in Teilen die Frage gestellt werden dürfte, ob man sich in dem einen oder anderen Verein noch bestimmte Luxusleistungen und Immobilien überhaupt leisten kann. Das würde ich zumindest unter einer Gleichbehandlung verstehen im wahrsten Sinne des Wortes. Welcher Verein will sich aber schon “gesundschrumpfen” und etwas abgeben, was in den letzten Jahrzehnten lieb gewonnen wurde?

Wahrscheinlich habe ich aus mangelnder Kenntnis die Hälfte der Probleme noch vergessen oder nur gestriffen, klar ist aber dennoch, dass die Neuverteilung der Gelder und die Neuordnung der Nutzungsentgelte nicht “durchgewunken” wird. Dies wird auch noch einmal die Zeit der Ortsbürgermeister, die sich entschieden für IHR KLIENTEL einsetzen werden, weil natürlich 10 Vereine auch 10 verschiedene Einzelfälle sind. Nur in Lehrtes Kernstadt wird wahrscheinlich übergebügelt, denn wer soll sich da schon direkt drum kümmern? Die Bürgermeisterin sicherlich nicht.

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