Verkehrsdesaster bleibt trotz naiver Fragen bestehen
Heute stand im Anzeiger, dass der Regionsabgeordnete Schlossarek bei der Region Hannover angefragt hat, wie man wohl das Verkehrsproblem rund um den Kreisverkehr am EKZ lösen kann. Die Antwort, kurz und knackig, lautetete: GAR NICHT!!!
Nun ist es ja ehrenwert, dass Herr Schlossarek sich bemüht (während Herr Seffers zuschaut), aber es ändert natürlich nichts daran, dass es ja irgendwie vorher klar war. Eine Entlastung der Germaniastraße und damit auch eine Perspektive für den Verkehrsfluß auch im Rahmen der Autobahnbauarbeiten ist nur mit einem “Ostlandring” zu gewährleisten (wenn überhaupt). Dieser aber ist erst einmal tot. Was auch wieder Vorteile hat. Aber das soll gar nicht das Thema sein. Der Kreisel soll vielmehr die bösen Erwartungen untermauern, die sich einschleichen, wenn die Stadt Lehrte mit der HBB zusammen arbeitet.Denn: Der Kreisverkehr am Zuckergelände ist ja nicht vom Himmel gefallen. Die Idee des Kreisels aber vor allem seine aktuelle Größe beruhen ja nicht auf spontanen Eingebungen. Vielmehr handelt es sich um das Ergebnis eines Aushandlungsprozesses zwischen der Stadt Lehrte und dem Zucker-Investor HBB.
Wie wir alle wissen, hat damals (bei der Beplanung des s.g. A-Geländes) die Verwaltung im Namen der Politik bestimmte Richtlinien und Vorgaben aufgestellt und diese dann versucht, gegenüber dem Investor durchzusetzen. Dabei ist sie auch an einigen Dingen gescheitert, was man dann Kompromißfindung nennt. In diesem komplexen Gesamtzusammenhang wurde auch ausführlich über die Verkehrsproblematik im Rahmen des Neubaus gesprochen. Großer Parkplatz –> mehr Verkehr –> wie geht das? Da aber die HBB als Investor ganz direkt von jeder Baumaßnahme betroffen war (und immer noch ist), war man dort natürlich eher zurückhaltend. Es gab in Politik und Verwaltung zahlreiche Forderungen z.B. nach einer ausreichenden Größe dieses nun diskutierten Kreisverkehrs, aber die HBB versuchte natürlich, um jede Ausgabe herum zu kommen.
In diesem Zusammenhang spielt die Verkehrsplanerin der HBB eine größere Rolle. Wie das immer so ist mit “Fachleuten” … frage DREI und du bekommst DREI Antworten. Sie vertrat also, wohlbemerkt im Namen und Auftrag und selbstverständlich auf Rechnung der HBB die Auffassung, dass die “kleine Variante” ausreicht. Anderenfalls müsste die Stadt für die Mehrkosten selbst aufkommen. Die HBB, so ein bisschen die Argumentation, wollte ja nicht die S-Klasse zahlen, wenn es auch der Polo tut. Man muss kein Akademiker und Superbrain sein, um zu verstehen, welche Interessen die HBB hatte (und immer noch hat). Fakt ist aber trotzdem, dass unsere Kommunalpolitiker damals immer noch mit einem Höchstmaß an Naivität an die Sache herangegangen sind. Die breite Maße folgte demnach irgendwann ganz treu der HBB-Idee … und da stehen wir nun.
Man kann also getrost sagen: die Staus von heute waren damals schon vorhersehbar und wer jetzt jammert und schreit, der hätte damals vielleicht besser zuhören und vor allem verstehen sollen.
Wenn man, weil man schon beim Verkehr ist, dann noch sieht, wie sich die HBB bemüht, jegliche Korrekturen auf deren verflixten Parkplatz am E-Center zu vermeiden und stattdessen lieber die Kunden 30 Minuten auf dem Parkplatz kurven lässt, dann darf die Frage gestellt werden, wessen Interesse die HBB folgt. Es gab noch vor ein paar Monaten Menschen in fast allen großen Parteien, die der festen Überzeugung waren, dass die HBB für uns Lehrter nur das Beste will. Es wäre zu unterkomplex, das nun zu begründen, aber vielleicht sind sie nun wachgerüttelt.
Womit ich zum Schluss kommen möchte: Was lernen wir daraus? Es ist gut, dass die SPD in Lehrte vor kurzem noch einmal mehrere Gutachten gefordert hat, bevor überhaupt weiter über die unseligen Entwürfe der HBB für das C-Gelände gesprochen wird. Wichtig wäre ja nur, dass man am Ende den eigenen Gutachten auch Glauben schenkt und nicht wieder sagt: Na, das passt schon irgendwie, wenn die HBB das sagt.