Trau niemandem aus Lübeck
Vollendete Tatsachen - kleine Notlügen - professionelles Überrumpeln: so kennen und lieben wir sie, unsere Freunde von der HBB aus Lübeck. Mittlerweile im verflixten 7. Jahr agieren die Investoren aus Norddeutschland in unserer schönen Stadt und immer wieder probiert man es mit einem neuen kleinen Trick.Noch vor kurzem hätte ich erwartet, dass die geballte Unvernunft in den beiden großen Ratsfraktionen dafür sorgen wird, dass unserer Bürgermeisterin Voß bis zu Ihrem Abschied noch dieses schöne Geschenk bereitet wird: die vollständige Bebauung des C-Geländes mit Egal-Was. Wir erinnern uns, dass unser Stadtoberhaupt in Sachen Prinzipientreue nicht so richtig verlässlich ist und so musste man immer bangen, dass sie früher oder später aus der aus der großen geheimen Verwaltungs-Zauberkiste eine Super-Idee herausholt und unsere unbescholtenen Kommunalpolitiker ein wenig (freundlich gesprochen) überrumpelt.
Nun aber, so legen es die letzten Äußerungen der Fraktionschefs Deneke-Jöhrens und Ahrens nahe, liegt das alles erst einmal wieder auf Eis. Alle sind sich einig, dass zunächst einmal der Neiseke-Block fertiggestellt und das Parkhaus geplant werden muss, bevor man eine neue Grube aufmacht, in die man nur tief stürzen kann.
Vielleicht, man kann es hoffen, sind sie alle ein wenig schlauer geworden und haben gelernt. Vor wenigen Monaten noch, als die HBB mal wieder großartige Planungen für einen Garten- und Baumarkt-Center vorstellten, waren alle Parteien noch ziemlich überzeugt von dem Vorschlag. Zum Glück kam die Landtagswahl dazwischen. Inzwischen haben alle ein wenig reflektiert uns sind hoffentlich zu dem Schluss gekommen, dass die HBB als Firma sicherlich nicht am Wohl dieser Stadt interessiert ist. Zumindest ist es nicht ihr Hauptinteresse. Die HBB ist nicht besser als die von der Stadt abgeschmetterte Part AG, nur dass man mit der HBB leben muss. Das macht sie aber nicht besser.
Wer vortäuscht, Gespräche geführt zu haben, wer sich wider besseren Wissens über die Richtlinien der Stadt hinwegsetzt, und vor allem, wer (wie beim A-Gelände und dem Verkehr) die Stadt und die Politik schon einmal derartig “über den Tisch gezogen” hat, dem sollte man nicht unbedingt Vertrauen entgegenbringen. Dazu gibt es keinen Grund, weder heute noch morgen.