Der Blick aufs Ganze
Man kann nur jedem Lehrter Politiker empfehlen, einmal intensiv den letzten Meinungsartikel aus dem Marktspiegel zu lesen. Redakteur Klinger hat die anstehende (hoffentlich) Diskussion um das C-Gelände zum Anlaß genommen, einmal ein paar grundsätzliche Fragen aufzuwerfen.
In der Regel ist es natürlich so, dass Presseberichte die lokale Politikprominenz blind machen für die Probleme. Niemals würden sie sich mit Dingen befassen, auf die sie erst durch das Lesen der Zeitung gebracht worden sind. Hier aber scheint es angebracht, mal eine Ausnahme vom Prinzip “Selbstherrlichkeit” zu machen.
Redakteur Klinger hat, wenn auch sehr zusammengestoppelt, viele Dinge angesprochen, die in der Tat hier eine Rolle spielen sollten. Ein JA oder NEIN zu den weiteren Planungen durch HBB hängt eben nicht allein davon ab, ob man ein persönlicher Freund von Treude ist, ein ewiger Verweigerer, ein Dogmatiker oder Anti-Marktwirtschaftler. Vielmehr sind weitere Fragen zu beantworten, die in dem benannten Artikel jeweils nur mit zwei Sätzen angerissen wurden: Verkehr, Chancengleichheit, Neiseke, Zukunft der lokalen Wirtschaft.
Wer hier einfach sagt: “Wir können nichts dafür. Das ist der Markt,” der hat seine ehrenamtliche Berufung verfehlt und hätte besser in eine Glaubensgemeinschaft mit Schicksalsverbundenheit eintreten sollen. Politik soll gestalten und am besten vorher darüber nachdenken. Deshalb sind sie alle gewählt worden und mindestens das kann man auch erwarten.
Es gilt also mal wieder: Kommt Zeit kommt Rat und man sollte nicht jetzt Entscheidungen provozieren, die später bereut werden. Damit meine ich im übrigen nicht die Gesamtentscheidung, sondern die Neigung von Verwaltung und Politik, sich mit wesentlichen Dingen immer erst “später später später” beschäftigen zu wollen. Als Beispiel könnte hier der Verkehr dienen: Wenn Lehrtes Straßen keine 1500 zusätzlichen Vehikel vertragen, muss ich komplett umplanen und brauche gar nicht erst rumlamentieren.
Abschließend sei gesagt: Es lohnt sich, einen Blick in die Ratsvorlage 109/2007, der “Aktualisierung des Regionalen Einzelhandelskonzeptes für die Region Hannover”. Da lässt sich auch noch einmal nachlesen, wie es um Lehrte so bestellt ist und vielleicht ist das glaubwürdiger als ein Gutachten von Nordzucker/HBB.