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Mensa/Schule: das grundsätzliche Dilemma in der Lehrter Politik

Veröffentlicht in Politiker, Verwaltung by kommunalblog am April 24th, 2007

Heute berichtete der Anzeiger über die nicht zu Unrecht verstimmten Schüler/Lehrer/Eltern, die sich in einem weiteren Anlauf Mühe geben werden, die versammelten Ratspolitiker umzustimmen und auf die s.g. Variante 1 einzuschwören. Sicherlich wird ihnen das nicht gelingen, aber eine Meinungsäußerung im Artikel sollte hier mal gesondert hervorgehoben werden. Wolfgang Meine, Schulleiter des Gymnasiums, stellt sich z.B. die Frage, ob die Entscheidung evtl. wegen Erkenntnissen gefällt wurde, die ihm (bzw. der Arbeitsgruppe) nicht vorlagen und anscheinend immer noch nicht vorliegen. Und da haben wir es wieder: Das grundsätzliche Dilemma in der Lehrter Kommunalpolitik.Lehrtes Kommunalpolitiker - durch die Bank weg alle - haben eins gemeinsam: Sie sind große Freunde des Herrschaftswissens und ziehen einen großen Teil ihres Selbstwertgefühls aus der Tatsache, dass SIE wissen, was ANDERE nicht wissen können. Erst das macht sie zu richtigen Politikern, die sich von Ottonormallehrtern abheben und es gibt ihnen auch das Recht, ab und an mal von oben das Spektakel zu betrachten und herrschaftlich abzuwinken.

Es muss schon die Frage gestellt werden, warum die Arbeitsgemeinschaft der Schule (wie berichtet von der SPD eingefordert) nicht ALLE FAKTEN kennt und man sie stattdessen rumwerkeln und entscheiden lässt, um sie danach abzuwatschen und ihnen womöglich kurzfristiges Denken vorzuwerfen. Jeder Beteiligte kann nur die Fakten einbeziehen, die ihm vorgelegt werden.

Da auch ich die Fakten nicht kenne, sozusagen ein Ottonormallehrter bin, kann ich die Entrüstung gut nachvollziehen und was noch ärgerlicher ist - nun wieder zum allgemeinen - dass dieses Verhalten unserer Ratspolitiker sehr stringent ist: Schon beim Zuckerfabrikgelände wurde den Kritikern immer vorgehalten, dass sie zu kurz denken, dass sie die Hintergründe nicht kennen und und und …

Wie aber soll der mündige Bürger entscheiden können, was richtig und was falsch ist, wenn ihm selbst auf dieser politischen Ebene schon das Grundwissen entzogen wird. Und vor allem stellt sich die Frage (angesichts des politischen Personals in allen Parteien), mit welchem Recht sich die Kommunalen hier “über die BürgerInnen” stellen und ihre mit Löffeln gefressene Weisheit zur Schau tragen.

Es mag nun also sein, dass die Entscheidung für Variante 4 evtl. richtig ist - wir Bürger werden das wohl nie erfahren - klar aber ist: allein das Verfahren und der Umgang mit den Beteiligten ist wieder einmal beispielhaft für Lehrtes kontinuierliche Arbeit an der Förderung des Bürgerfrusts.

In diesem Zusammenhang wäre es eigentlich auch mal schön zu erfahren, was die GRÜNEN sich dazu so denken. Die lassen nämlich gerade die Rot-Schwarze Unvernunft frei wüten und vielleicht können die wenigstens Gründe nennen.

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